Der Todeskampf Jesu im Ölgarten
März 8, 2022
Copy Link
https://endtimes.video/de/todeskampf-jesu-oelgarten/
Copy Embed
vatikankatholisch.com - Kanal auf Deutsch

| |

Im Lukasevangelium lesen wir, dass Jesus Seine Nächte auf dem Ölberg verbrachte, nachdem Er tagsüber im Tempel gelehrt hatte. Um dort hinzugelangen, mussten Jesus und die Apostel einen Bach überqueren. Es war ein angenehmer Ort. Da dieser Ort der Ruhe nur dem engsten Kreis von Jesus bekannt war, war er für den Herrn ein Ort des Wohlbefindens und der Sicherheit. Er verströmte eine Ausstrahlung der Abgeschiedenheit und des Friedens.

An dieser Stelle allerdings verweist die Bibel das einzige Mal auf die „Agonie“, den „Todeskampf“ Jesu. Denn hier sollte Jesus verraten werden. Hier wird Jesus in einen kosmischen Kampf um das Leben der Welt verwickelt.

In Markus 14 lesen wir, dass Jesus „Petrus, Jakobus und Johannes mit sich nahm, und Er fing an, sich zu ängstigen und Trauer zu empfinden.” Er sprach zu ihnen: „Meine Seele ist betrübt bis zum Tode...” Er war im Garten, und obwohl man es Ihm nicht ansah, war eine Prüfung des Schmerzes und des Todes über Ihn gekommen.

Der erste Adam wurde von der Schlange in einem Garten überwältigt. Dies war im Garten Eden. In 1 Mose 3 vor dem Fall Adams lesen wir, dass der Teufel Eva davon überzeugte, dass sie nicht sterben würde, wenn sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse esse. Satan redete Eva ein, dass der Tod nicht die Folge des Essens vom Baum sein würde. Doch der Tod war genau das, was auf dem Spiel stand.

Eva wurde vom Teufel überlistet und beschloss, die Frucht zu essen. Daraufhin gab sie die Frucht des Baumes an ihren Gatten, der ebenfalls das Gleiche tat. Als Adam von der Frucht aß, wurde die Menschheit in den Zustand des Todes und des Leids gestürzt - ewiger Tod und ewige Betrübnis.

Die Heilige Schrift sagt uns, dass eine der Strafen für den Ungehorsam von Adam und Eva gerade die Betrübnis und die Vermehrung der Betrübnis war.

„Ich will deine Betrübnisse mehren ... in Betrübnis sollst du Kinder gebären.” (1 Mose 3,16).

Zu Adam sprach Gott:

„So sei die Erde verflucht, ob deiner Tat; in Betrübnis und mit harter Arbeit sollst du dich von ihr ernähren dein Leben lang.“ (1 Mose 3,17).

Adams Versagen im Garten führte zu Betrübnis und Tod. Sein Versagen führte zu all dem Leid und allen Todesfällen der Weltgeschichte. Aber vor allem auch zum Tod der Seele.

Ist es daher verwunderlich, dass der neue Adam, Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch - der den Auftrag hatte, das wiederherzustellen, was Adam verloren hatte – ausgerechnet im Garten mit einer besonderen Prüfung konfrontiert wurde? Ist es verwunderlich, dass Er im Garten ein unergründliches Leiden durchmachte, das von unvorstellbaren Gefühlen der Betrübnis geprägt war?

Diese waren so tiefgreifend, dass Seine Betrübnis Ihn bis an den Rand des Todes trieb. Im Angesicht dieser Qualen fiel Jesus flach auf den Boden.

„Dann ging er ein wenig weiter, fiel auf die Erde nieder, und betete, dass, wenn es möglich wäre, diese Stunde an ihm vorübergehen möge. Und er sprach: Abba, Vater! dir ist alles möglich, nimm diesen Kelch weg von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst.” (Markus 14,35-36).

Es ist naheliegend zu folgern, dass Jesus, der die Last der Sünden aller Welt auf Seinen Schultern trug, mit jeder Betrübnis und mit jedem Tod in der Weltgeschichte konfrontiert wurde. Jede Sünde, jede Lüge, jeder Mord, jeder Diebstahl, jeder Verrat, jede Unzucht, jede Trunkenheit, jeder Unglaube, jeder Götzendienst und jede Ungerechtigkeit – und mit all dem Elend und dem Tod, die jede einzelne Sünde mit sich brachte - wurde Ihm aufgebürdet.

In Hebräer 2,14 lesen wir, dass Jesus mit der Vernichtung des Reichs des Todes belastet war. In 2 Korinther 12,7-8 lesen wir, dass Gott es zuließ, dass „ein Engel des Satans den heiligen Paulus schlug”. Die dadurch verursachte Belastung war so enorm, dass der heilige Paulus den Herrn dreimal bat, ihn zu erlösen. Wenn ein einziger Engel der Hölle eine solche Erschütterung verursachen kann, was für eine Betrübnis und welch ein Leid hatte Jesus dann wohl zu ertragen, um alle Engel der Hölle zu überwinden und die ganze Welt nach Adams Sünde wiederherzustellen? Jesaja prophezeite, dass Jesus „ein Mann der Betrübnis und mit Kummer vertraut” sein würde (Jesaja 53).

Der Todeskampf Jesu fand auf dem Ölberg, im Garten Gethsemane, statt. Der Name Gethsemane stammt von einem Wort, das „Ölpresse” bedeutet. In einer Ölpresse wird das Öl aus den Oliven gewonnen, indem diese langsam zwischen zwei großen Steinen zerdrückt werden. Wenn die Oliven gepresst und zerdrückt werden, fließt das Öl heraus. Als Jesus unter dem Druck der Sünden der Welt zerdrückt wurde, floss Blut von Seinem Kopf.

„Und es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und als ihn Todesangst befiel, betete er inständiger. Und sein Schweiß ward wie Tropfen auf die Erde herabrinnenden Blutes. Und er stand auf vom Gebete, kam zu seinen Jüngern, und fand sie vor Betrübnis schlafend.” (Lukas 22,43-45).

Der Zustand des Blutschwitzens wird Hämatidrose genannt. Dr. Frederick Zugibe erklärt:

„Um die Schweißdrüsen herum befinden sich zahlreiche Blutgefäße in einer netzartigen Form. Unter dem Druck von großem Stress ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Dann, wenn die Angst nachlässt, erweitern sich die Blutgefäße bis zum Zerreißen. Das Blut fließt in die Schweißdrüsen... und es kommt als mit Schweiß vermischte Blutstropfen heraus.”

In Ein Arzt auf dem Kalvarienberg (A Doctor at Calvary), S. 160, schreibt Dr. Pierre Barbet:

„Blutschweiss entsteht, wie Dr. Laibec geschrieben hat, unter ganz besonderen Bedingungen: große körperliche Abgeschlagenheit, begleitet von einer heftigen mentalen Erschütterung, gefolgt von tiefer Bewegung oder großer Angst. Furcht und Schrecken sind hier am stärksten ausgeprägt, ebenso wie die mentale Erschütterung.”

Der Garten Gethsemane, wie er in Lukas 22 beschrieben wird, ist der einzige Ort in der Bibel, an dem wir sehen, dass Jesus in Agonie war. Sein Leiden war so groß, dass der Hebräerbrief diese Momente als die „Tage Seines Fleisches” und Seinen Schrei zum Vater als einen „starken Schrei” beschreibt (Hebräer 5,7).

Ein Engel wurde gesandt, um Ihn in diesem Kampf von unendlicher Tragweite zu stärken. Die Blutstropfen traten nicht nur sichtbar aus Seinen Poren hervor, sondern sie waren so reichlich, dass sie sogar auf den Boden tropften (Lk 22,44). Sein Schmerz und Seine Qualen durchdrangen die ganze Umgebung und wurden von Seinen Aposteln bemerkt; denn als Jesus aufstand, fand Er sie vor Betrübnis schlafend. Sie waren wohl von Bestürzung und Kummer überwältigt, als sie ihren Meister in so großer Bedrängnis sahen.

Nachdem Er versucht hatte, sie wach zu halten, um mit Ihm zu wachen, sagt Jesus ihnen, sie mögen schlafen und sich ausruhen. Nur eine überragende Nächstenliebe kann andere zum Ausruhen ermutigen, wenn Er arbeiten muss und die Belastung eines anderen lindern, wenn Er unter Seiner eigenen erdrückt wird. Wir lesen auch, dass Jesus, als Er in Todesangst war, umso länger betete. Nur Jesus konnte im Gebet vorwärtsdrängen, während das Gewicht der ganzen Welt Ihn zurückdrängte. Nur Er konnte sich noch mehr abmühen, während alles Ihn zur Ruhe drängte.

Jesus entfernte sich auch einen Steinwurf von den Aposteln, um beten zu können. Er stellte sich dem Kampf in der Einsamkeit, um uns zu lehren, wie wir beten und Gott finden müssen. Als die Strapaze im Garten zu Ende ging, stand Jesus schnell auf. Er wusste, was als nächstes kommen würde. Er ging zielstrebig darauf zu. Sein Widersacher war gekommen, und das mit einer Schar, die Schwerter und Keulen trug.

Jesus muss wohl mit großem Schmerz daran gedacht haben, wie die Hohepriester mit allen Mitteln versucht hatten, Ihn in ihre Gewalt zu bringen (Markus 14,1). Nun war ihr böser Plan in Erfüllung gegangen. Judas war gekommen, und er sollte Jesus mit einem Kuss an Seine Feinde ausliefern. Jeder einzelne Verrat, jede einzelne Niederträchtigkeit der Menschen in der Weltgeschichte - jeder Akt der Unaufrichtigkeit, der Falschheit und des Betrugs - kann mit diesem Ereignis im Ölgarten absolut nicht verglichen werden. Jesus zeigte Seine göttliche Macht, als Er zu ihnen sprach: „Ego Sum” - „Ich bin (Er)”, da wichen sie nämlich sogleich zurück und fielen zu Boden (Johannes 18,6). Denn niemand nimmt Ihm Sein Leben, sondern Er selbst legt es aus eigenem Antrieb nieder (Johannes 10,18).

Die hellen Laternen und brennenden Fackeln derer, die Judas begleiteten, machten die Szene noch bestürzender. Sie raubten der Nacht den letzten Rest an Frieden. Es war der Satan, der in Judas eingedrungen war (Lk 22,3) - er, der den Frieden und das Gute von der Erde wegnimmt. Eines der größten Leiden, die man im Leben erfahren kann, ist das Wissen, dass man im Recht ist und doch als im Unrecht betrachtet wird... unschuldig zu sein und doch für schuldig erklärt zu werden... nach Gerechtigkeit zu dürsten und diesen Durst nicht gestillt zu bekommen... sich gegen böse Verfolger zu wehren und ihnen dann doch in die Hände zu fallen.

Jesus war nun in den Händen derer, die Ihn durch und durch verachteten, die ihr Leben Seiner Zerstörung widmeten. Sie waren nicht vom Vater, denn sie waren nicht von der Wahrheit. Er verstand die Tiefe ihrer Bosheit unendlich besser als jeder andere. Sie hassten Ihn einfach deshalb, weil sie von der Finsternis waren und Er das Licht war. Und die Stunde der Finsternis war gekommen.

„Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hände nicht gegen mich ausgestreckt; aber dies ist eure Stunde, dies ist die Gewalt der Finsternis.” (Lk 22,53)

Als sich die bewaffnete Menge auf Jesus stürzte, um Ihn abzuführen, flohen die Apostel. Wie es geschrieben steht:

„Ich will den Hirten schlagen, so werden sich die Schafe zerstreuen." (Sacharja 13,7).

Jedes Detail wurde buchstabengetreu erfüllt. Als die Apostel mit Jesus den Ölberg betraten, hatten sie eine große Freude erlebt. Sie hatten gerade einen Lobgesang beendet. Aber das war nun Welten entfernt. Zurück blieben nur Verwirrung und Trostlosigkeit, denn all ihre Erwartungen wurden enttäuscht - und Jesus wurde abgeführt, Er ganz alleine.

SHOW MORE